Archiv der Kategorie: Geförderte Filme

Hisham Zreiq: Don’t Cry

Der kurze Animationsfilm des palästinensischen Filmemachers Hisham Zreiq handelt von einem palästinensischen Mädchen, einem palästinensischen Mann und einer israelischen Frau, die sich an einem himmlischen See treffen. Diese Begegnung löst einen Konflikt zwischen dem Mann und der Frau aus, der durch eine frühere Begegnung verursacht wurde. Das Mädchen versucht zu vermitteln.

In der Filmkulisse sind Symbole zu sehen wie eine zerbrochene Sanduhr, ein kaputter Wecker und eine sich langsam bewegende Schnecke als Symbol für den Tod des Friedens und den Stillstand der Zeit nach dem Scheitern der Osloer Verträge. Andere Symbole wie eine Kugel und ein Stein oder eine unausgewogene Waage symbolisieren den unausgewogenen Konflikt.

Sophie Linnenbaum: PIX

Ob das erste Weihnachtsfest, die Einschulung, der Auftritt mit der Schulband, die Abi-Feier, die Hochzeit, der Urlaub in den Bergen – so richtig kann man das Leben doch erst Revue passieren lassen, wenn es auch Fotos von all den Ereignissen gibt. Diese innere Fröhlichkeit des Augenblicks, diese Spontanität, diese Lebenslust.

Doch sind all die Schnappschüsse unseres Lebens nicht auch irgendwie ein glänzendes Zusammenspiel von Make-Up, Kostüm, Settings und Locations? Und wie mag die Arbeit wohl aussehen, die dazugehört, um all die Fotoaufnahmen vorzubereiten?

Die Filmemacherin Sophie Linnenbaum hat sich in ihrem Kurzfilm diesem Thema auf herrlich erfrischende und augenzwinkernde Art und Weise gewidmet. In nur einer einzigen Einstellung und durch eine sehr genau choreografierte Inszenierung lässt sie die „Foto-Stationen“ im Leben eines Menschen in ihrer ganzen Künstlichkeit lebendig werden. Das hört sich an wie ein Widerspruch – und funktioniert genau deswegen ganz wunderbar. Und wenn dann von der Wiege bis zur Bahre alle Lebensstationen abfotografiert sind, dann begreift man: Ein Ende kann immer auch ein Anfang sein. Pfiffig, kurzweilig, ein großer Spaß.

Jürgen Heimüller: Die letzten fünf Minuten der Welt

Ein Kurzfilm von 2019, der fünf Menschen – zwei Paare und einen Einzelgänger – in ihren letzten Momenten zeigt, bevor die Welt untergeht. Er thematisiert, was angesichts des bevorstehenden Endes noch wichtig ist, und zeigt neben Eifersüchteleien und Streitereien auch versöhnliche Momente und das Zusammenrücken der Charaktere. Der Film wurde für sein pointiertes Drehbuch und die überzeugenden Darstellerleistungen gelobt und funktioniert sowohl als existenzielle Frage als auch als unterhaltsame Komödie. 

Anja Struck: Eine Sekunde der Welt

Eine Sekunde ist keine lange Zeit. Und doch kann in ihr so viel geschehen. Ein Leben kann sich für immer verändern, eine Liebe beginnen, ein Mensch zerbrechen, ein Gedanke erleuchten.

Der Schriftsteller Siegfried Lenz hat diese Faszination der kleinsten Zeiteinheit in seiner Kurzgeschichte „Eine Sekunde der Welt” festgehalten. Die Filmemacherin Anja Struck überträgt seine Worte nun in federleicht dahinschwebende, ineinander gleitende Bildideen, die auf fantasievolle Weise die Gleichzeitigkeit der Ereignisse spürbar machen. Da gibt es den Soldaten, dessen Gewehr sich in den Zopf einer Frau verwandelt, an die er gerade denkt. Da gibt es den jungen Studenten, der sich beim Nachdenken in Thomas Mann in einen älteren Buchhalter verwandelt, der über seinen Kontierungen grübelt. All das fängt Struck in wunderschönen schwarz-weißen Bildern ein, in denen die Kamera von Impression zu Impression wandelt und durch ein geschickt subtiles Montagekonzept den Eindruck einer einzigen Plansequenz erweckt.

Ergänzt wird die Atmosphäre durch den Sprecher Torben Liebrecht, dessen Timbre den Worten Siegfried Lenz‘ eine träumerisch-warme Stimmung verleiht. In der kongenialen Symbiose aus Bild und Ton ist Eine Sekunde der Welt ein sehr überzeugendes Lehrstück der Kurzfilmkunst.

Niels Bouman: City Valves

Der in Kapstadt aufgewachsene Wahl-Nürnberger arbeitet als Video-Editor bei einer Produktionsfirma und unterstützt in seiner Freizeit andere Filmemacher bei ihren Vorhaben.

Bei diesem kurzen Kunst/Doku-Film stehen die Nürnberger U-Bahnhöfe im Fokus. Es ist eine abstrakte Liebeserklärung an die etwas skurrile Architektur dieser Bauten.

Der Name CITY VALVES stammt aus der Idee, dass U-Bahnhöfe sich wie Ventile der urbanen Mobilität verhalten. Wie bei einem Blutkreislauf wird dort eingeführt, angehalten, umgeleitet und freigegeben.

Julia Richter: The Burden

Der Song „The Burden” der Band „House of Anxiety” ist das erste Kapitel einer größeren Geschichte – einer Geschichte, die für viele Menschen Realität ist. In Deutschland leiden etwa 14 Prozent der Bevölkerung an Angststörungen. Mit ihrem neuen Konzeptalbum möchte House of Anxiety die Entstehung dieser Krankheit musikalisch greifbar machen. „The Burden” beschreibt den Alltag eines Betroffenen: ein Leben, das sich wie in einer düsteren Parallelwelt abspielt. In dieser Welt wird alles und jeder zur Bedrohung. Es gibt kein Entkommen – außer man lernt, die eigene Bürde zu akzeptieren.

Das dazugehörige Musikvideo von Julia Richter erzählt diese Geschichte in kraftvollen, symbolischen Bildern. Es zeigt einen jungen Mann, der von seiner Angst überwältigt wird und droht, in ihr zu ertrinken. Die zentrale Frage: Wird er an seiner Realität zerbrechen oder sie annehmen und triumphieren?

Wrong World

Wrong World – Eine lustige ironische Liebeskomödie

Wrong World entstand in den wirren Köpfen von – sagen wir mal zwei  durchschnittlich durchgeknallten Typen, die gemerkt haben, dass es außer der wünschenswerten noch eine andere Realität gibt. Eine, die man nicht in einschlägigen Geschichtsbüchern, Kulturkreisen, politischen Entscheidungen oder gar philosophischen Werken wiederfindet.

Nein, es ist vielmehr die Freiheit, einmal anders zu sein, aus dem gewohnten oder vielleicht sogar vorgeschriebenen Bilderrahmen springen zu dürfen. Die wünschenswerte Realität einmal ins Gegenteil zu wenden, mal verrückt sein zu dürfen, aber auch das Quentchen bayrische Gemütlichkeit, Sturheit und Romantik nicht fehlen zu lassen.

Das waren die Maxime für diesen kleinen Film. Und hier knüpft auch schon die Geschichte an, die manchen Betrachtern erst auf den zweiten Blick verständlich macht, warum der Filmtitel Wrong World entstand.

Rasse

Der Film handelt von dem deutschen 17-jährigen Paco, der eine Schule mit hohem Migrantenanteil besucht. Auch sein Freundeskreis besteht nicht aus deutschen Jugendlichen. Er selbst gibt sich sogar einen fremdländischen Spitznamen, um weniger deutsch zu wirken und spricht mit ausländischem Akzent. Als er mit dem Bosnier Dejan aus seiner Clique Streit bekommt, müssen sich die anderen entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Die Frage heisst nun: Freundschaft oder Herkunft?

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