Auf dem Programm stehen sieben ungewöhnliche Kurzfilme: zwei bis drei Musikvideos, ein Kinotrailer sowie weitere Beiträge von Historie bis Science Fiction.
Organisation: Julia Richter Moderation: André Roy
André Roy
Klimakönig von Deutschland
Musikvideo
Philip Krauß
Kommkino-Trailer
Genau das 😉
Felix Münz
Zwischen den Zeilen
Historischer Kurzfilm
Götz Graubner & Gerry Schuster
Schwarzer Ritter
Musikalischer Kneipenbesuch
Marc Roessler
Turteltauben
Szenen einer Ehe
Nils Castner
MOA-Antilope
Musikvideo
Markus Baumeister
Hilfe
Dystopischer Science-Fiction-Film
Für Euren Terminkalender: die Herbst-Soirée findet am 20. September statt. Gleicher Ort und gleiche Zeit.
Auf dem Programm standen sechs ungewöhnliche Kurzfilme: ein „Winterfilmchen”, eine filmische Spurensuche, dazu surreale, komische und narrativ-dokumentarische Beiträge sowie eine Tetralogie rund um Mode.
Organisation: Julia Richter Moderation: André Roy
Mit Karten moderieren? Kann man machen, außer man gehört zu jenen, die sich alles Niedergeschriebene ganz besonders gut merken können. Aber heute, im nunmehr elften Jahr der Kurzfilmreihe, ist ohnehin so manches anders als sonst. Etwa, dass in diesem Kino ausgebildet wird: gefühlte 10 Minuten gehen ins Land, ehe nach allerlei Bluescreen- und Vorhang-Animationen endlich der Film die Rolle der Alltagskomik übernimmt.
Dem ultrakurzen Spontanfilmchen um die Tücken winterlicher Glätte folgt ein Beitrag zu einem sehr ernsten Thema, nämlich dem Wunsch eines 93-jährigen, noch einmal seine alte Heimat Siebenbürgen zu sehen. Niels Bouman, dem Soirée-Publikum wohlbekannt, begleitet den alten Herrn in seinen Geburtsort Rode: „in Rumänien waren wir die Deutschen, in Deutschland sind wir die Rumänen.“
Im nächsten Beitrag geht es um einen Fisch. Oder eigentlich um die Auseinandersetzung eines Geschäftsreisenden mit sich selbst, ausgelöst durch ein seltsames Ereignis am Strand von Marseille, das ja bekanntlich in Frankreich liegt. Die französischen Dialoge sind deshalb mit Untertiteln versehen – mit englischen! Die man eigentlich aber ohnehin nicht braucht, denn surreal ist eben surreal. Produzent Levent Özdil weiß abschließend noch von allerlei Tücken des Drehs zu berichten.
Kennt jemand der Anwesenden Markus Baumeister? Seine Kurzfilme heimsen regelmäßig Preise ein. Der heutige ist an einem einzigen Wochenende entstanden und handelt vom letzten Wunsch eines jungen Mannes an eine Frau, die genau wie er nur noch 99 Sekunden zu leben hat. Wird sie darauf eingehen?
Um einen Besuch in der Heimat geht es auch im vorletzten Film. Wie gut, dass auch er untertitelt ist, denn seine Originalsprache ist Mandarin. Erzählt wird die persönliche Geschichte der Migrantentochter Ina Chi, die sich in das schwindende Dorf begibt, wo alle Leute Chi heißen und über irgendeine Ecke mit ihr verwandt sind. Sie wäre gerne zur Soirée gekommen, um über ihren Film zu sprechen, mußte aber krankheitsbedingt absagen. Schade.
Es kommt, wie es kommen muss – es kommt zum Letzten. Ähnlich wie der erste Beitrag des heutigen Abends ist auch der nun Folgende eher ein Zufallsprodukt, entstanden in einer Zeit, als es auszuprobieren galt, welche Möglichkeiten in den nunmehr videotauglichen digitalen Fotoapparaten stecken. Ein Studio, ein fotogenes Model, ein paar Requisiten, ein Musiker – und die pure Lust, irgend etwas daraus zu machen.
Noch ein Schlußapplaus, dann lichten sich die Zuschauerreihen. Die nächste Soirée wird hoffentlich wieder genauso gut wie diese.
André Roy
Das Gestöber
Es hat geschneit. Das Postauto nähert sich der Schranke, funkt sie auf, gibt ordentlich Gas … scheint etwas glatt zu sein heute!
Niels Bouman
Das Herz in Rode
Mit 93 Jahren noch einmal die siebenbürgische Heimat sehen: in Rumänien waren wir die Deutschen, in Deutschland sind wir die Rumänen.
Levent Özdil
Fish
Ein Geschäftsmann reist für ein Meeting in die französische Hafenstadt Marseille. Und gerät durch ein Ticket in eine surreale Auseinandersetzung mit sich selbst.
Markus Baumeister
Blow
Ein ultrakurzer, schweinelustiger und spritziger Wettbewerbsfilm zum Thema „99 Sekunden – ich liebe es”: entstanden an einem einzigen Wochenende.
Ina Chi
Rote Wurzeln
Der narrative Dokumentarfilm erzählt die persönliche Geschichte einer Migrantentochter, die sich in das schwindende Dorf ihrer Vorfahren begibt. Mandarin mit deutschen Untertiteln.
Thomas Probosch & Christian Kantuzer
Four Films
Was macht man im Bett? Kartoffelschälen natürlich! Der Modefilm entstand, als die Fotoapparate das Filmen lernten und man neue Möglichkeiten erkunden wollte.
Für Euren Terminkalender: die Frühlings-Soirée findet am 17. Mai 2026 statt – zur gewohnten Zeit am gewohnten Ort.
Der kurze Animationsfilm des palästinensischen Filmemachers Hisham Zreiq handelt von einem palästinensischen Mädchen, einem palästinensischen Mann und einer israelischen Frau, die sich an einem himmlischen See treffen. Diese Begegnung löst einen Konflikt zwischen dem Mann und der Frau aus, der durch eine frühere Begegnung verursacht wurde. Das Mädchen versucht zu vermitteln.
In der Filmkulisse sind Symbole zu sehen wie eine zerbrochene Sanduhr, ein kaputter Wecker und eine sich langsam bewegende Schnecke als Symbol für den Tod des Friedens und den Stillstand der Zeit nach dem Scheitern der Osloer Verträge. Andere Symbole wie eine Kugel und ein Stein oder eine unausgewogene Waage symbolisieren den unausgewogenen Konflikt.
Ob das erste Weihnachtsfest, die Einschulung, der Auftritt mit der Schulband, die Abi-Feier, die Hochzeit, der Urlaub in den Bergen – so richtig kann man das Leben doch erst Revue passieren lassen, wenn es auch Fotos von all den Ereignissen gibt. Diese innere Fröhlichkeit des Augenblicks, diese Spontanität, diese Lebenslust.
Doch sind all die Schnappschüsse unseres Lebens nicht auch irgendwie ein glänzendes Zusammenspiel von Make-Up, Kostüm, Settings und Locations? Und wie mag die Arbeit wohl aussehen, die dazugehört, um all die Fotoaufnahmen vorzubereiten?
Die Filmemacherin Sophie Linnenbaum hat sich in ihrem Kurzfilm diesem Thema auf herrlich erfrischende und augenzwinkernde Art und Weise gewidmet. In nur einer einzigen Einstellung und durch eine sehr genau choreografierte Inszenierung lässt sie die „Foto-Stationen“ im Leben eines Menschen in ihrer ganzen Künstlichkeit lebendig werden. Das hört sich an wie ein Widerspruch – und funktioniert genau deswegen ganz wunderbar. Und wenn dann von der Wiege bis zur Bahre alle Lebensstationen abfotografiert sind, dann begreift man: Ein Ende kann immer auch ein Anfang sein. Pfiffig, kurzweilig, ein großer Spaß.
Ein Kurzfilm von 2019, der fünf Menschen – zwei Paare und einen Einzelgänger – in ihren letzten Momenten zeigt, bevor die Welt untergeht. Er thematisiert, was angesichts des bevorstehenden Endes noch wichtig ist, und zeigt neben Eifersüchteleien und Streitereien auch versöhnliche Momente und das Zusammenrücken der Charaktere. Der Film wurde für sein pointiertes Drehbuch und die überzeugenden Darstellerleistungen gelobt und funktioniert sowohl als existenzielle Frage als auch als unterhaltsame Komödie.
Eine Sekunde ist keine lange Zeit. Und doch kann in ihr so viel geschehen. Ein Leben kann sich für immer verändern, eine Liebe beginnen, ein Mensch zerbrechen, ein Gedanke erleuchten.
Der Schriftsteller Siegfried Lenz hat diese Faszination der kleinsten Zeiteinheit in seiner Kurzgeschichte „Eine Sekunde der Welt” festgehalten. Die Filmemacherin Anja Struck überträgt seine Worte nun in federleicht dahinschwebende, ineinander gleitende Bildideen, die auf fantasievolle Weise die Gleichzeitigkeit der Ereignisse spürbar machen. Da gibt es den Soldaten, dessen Gewehr sich in den Zopf einer Frau verwandelt, an die er gerade denkt. Da gibt es den jungen Studenten, der sich beim Nachdenken in Thomas Mann in einen älteren Buchhalter verwandelt, der über seinen Kontierungen grübelt. All das fängt Struck in wunderschönen schwarz-weißen Bildern ein, in denen die Kamera von Impression zu Impression wandelt und durch ein geschickt subtiles Montagekonzept den Eindruck einer einzigen Plansequenz erweckt.
Ergänzt wird die Atmosphäre durch den Sprecher Torben Liebrecht, dessen Timbre den Worten Siegfried Lenz‘ eine träumerisch-warme Stimmung verleiht. In der kongenialen Symbiose aus Bild und Ton ist Eine Sekunde der Welt ein sehr überzeugendes Lehrstück der Kurzfilmkunst.
Auf dem Programm standen fünf ungewöhnliche Kurzfilme: ein Drama, eine Liebeserklärung an den Stummfilm, ein KI-Geschöpf mit Mordgelüsten, eine Hommage an Erich Mühsam und ein Lockruf ins Kommkino.
Organisation: Julia Richter Moderation: André Roy
Nils Castner
Der Boden unter den Füßen
Zwei orientierungslose Jugendlichen, die die ihnen bekannte Welt hinter sich lassen. Im Scherbenhaufen aus Widersprüchen wird aus der Verzweiflung Wut.
Herbert Grießhammer
Stumm
Der stumme Film war nicht tonlos. Musik wurde gefunden und den Bildern angepasst. Gestik und Mimik schufen eine eigene Sprache: kraftvoll und zugleich differenziert.
Renee Marie Maier
Galatea
Galatea, die zum Leben erweckte Frau aus dem Computer, will nicht Liebe, sondern strebt nach Autonomie. Pygmalion versucht, sie zu töten, doch sie kann ihn verwunden.
Nikolaus Struck
And Hund
Dieser Experimentalfilm ist eine Trilogie von Gewalt und Freude.
Thomas Probosch
Komm ins Kommkino
Eine Hommage ans analoge Kino früherer Jahre.
Für Euren Terminkalender: die Winter-Soirée findet am 8. Februar 2026 am gewohnten Ort statt.
Auf dem Programm standen sechs ungewöhnliche Kurzfilme, darunter auch ein Nachrücker. Comedy, Mystery und Kunst, mit Ton oder stumm, in Farbe oder schwarzweiß: alles dabei, und zum Schluss ein verwechslungskomödiantischer Pro-Kondombenutzungs-Kurzfilm-Western.
Organisation: Julia Richter Moderation: André Roy
Stephan Grosse-Grollmann
Dreifach Grün
Was kommt heraus, wenn ein analoger Film, bei dem das Ergebnis bekanntlich erst nach der Entwicklung sichtbar wird, mit Gesichtern, Pflanzen und Bäumen dreifach belichtet wird?
Derik Rodrigues
Ananas.mp4
Ein Geschenk kann manchmal das ganze Leben verändern. Der Produzent wollte in den Ferien etwas mit Freunden machen und hatte noch diese gläserne Ananas im Keller stehen.
Romy Gardumi
Frei sein
Für das Abschlußwerk ihrer Ausbildung hatte die Produzentin ein Pflichtthema und 24 Stunden Zeit. Ihr Film handelt vom Erwachsenwerden und vom Umgang mit Freiheit.
Nina Raab
Mama
Der Bewerbungsfilm für eine Hochschule zum Thema „Auftrag” veranschaulicht die schwierige, selbst gestellte Aufgabe, „es” endlich der Mama zu sagen.
Bex
Cake
Ein Mensch mit großem Appetit findet ein Bild, das einen Kuchen zeigt, und in das er dank Magie hineinsteigen kann.
Thorsten Weiß, Ralf Alborn
High Noon
Das vom Filmbüro Franken geförderte Werk wird in der Variante als klassischer Schwarzweiß-Stummfilm gezeigt: es geht um eine Verwechslung mit Folgen und um unerwarteten Schutz.
Für Euren Terminkalender: die Herbstsoirée findet am 21. September 2025 am gewohnten Ort statt.
Der in Kapstadt aufgewachsene Wahl-Nürnberger arbeitet als Video-Editor bei einer Produktionsfirma und unterstützt in seiner Freizeit andere Filmemacher bei ihren Vorhaben.
Bei diesem kurzen Kunst/Doku-Film stehen die Nürnberger U-Bahnhöfe im Fokus. Es ist eine abstrakte Liebeserklärung an die etwas skurrile Architektur dieser Bauten.
Der Name CITY VALVES stammt aus der Idee, dass U-Bahnhöfe sich wie Ventile der urbanen Mobilität verhalten. Wie bei einem Blutkreislauf wird dort eingeführt, angehalten, umgeleitet und freigegeben.
Was denkt ein professioneller Henker über sein Berufsleben im Ruhestand? Ein Gespräch, das vielleicht so aussehen könnte wie in diesem Kurzfilm, der im Rahmen der Inszenierung des Theaterstücks „Bruder Eichmann“ von Heinar Kipphardt entstand.
Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Filmproduktion in Franken