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Kurzfilm-Soirée Frühjahr 2026

Auf dem Programm standen sieben ungewöhnliche Kurzfilme: Musikvideos, ein Kinotrailer sowie weitere Beiträge von Historie bis Science Fiction. Die Frühjahrs-Soirée 2026 startete mit einem Musikvideo, das 2019 im Ingolstädter Lokalfernsehen lief. Es folgte der kürzeste Kurzfilm, der jemals im Rahmen der Soirée gezeigt wurde. Das nachfolgende Filmgespräch mit Philipp Kraus dauerte jedenfalls deutlich länger als der ganze Film. Eine Jüdin auf der Flucht und ein Wehrmachtsoffizier teilten sich anschließend ein Eisenbahnabteil und entdeckten dabei persönliche Gemeinsamkeiten. Im zweiten Musikvideo des heutigen Abends blieb die Begegnung mit dem Schwarzen Ritter ohne Happy End. Und auch die Geschichte einer Straßenbahnfahrt nahm einen unerwarteten Verlauf. Das Video der Band MOA, der dritte und letzte Musikbeitrag dieser Soirée, wurde auf 16 Millimeter in einer alten Nürnberger LKW-Fabrik gedreht. Der Abend endete mit dem dystopischen Erlebnis eines Forst-Ökologen, produziert von Markus Baumeister, der das Kinopublikum wie immer aus der Ferne grüßte. Organisation und Moderation: André Roy André Roy Klimakönig von Deutschland Das Musikvideo, in dem ein Mädchen von einer Karriere als Deutschlands Klimakönigin träumt, lief 2019 im Ingolstädter Lokalfernsehen. Philip Krauß Kommkino-Trailer Der kürzeste Kurzfilm, der jemals im Rahmen der Soirée gezeigt wurde, wirbt für das Nürnberger Komm-Kino. Felix Münz Zwischen den Zeilen Eine Jüdin auf der Flucht und ein Wehrmachtsoffizier: zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, entdecken persönliche Gemeinsamkeiten. Götz Graubner & Gerry Schuster Schwarzer Ritter Gäste und Wirt springen so lange unwirsch und unfair mit der Kellnerin um, bis der Traumprinz auf den Plan tritt: ein musikalischer Kneipenbesuch. Marc Roessler Turteltauben Szenen einer Ehe: das endlose Lamento einer nicht mehr ganz jungen Frau und den neben ihr sitzenden, längst resigniert weghörenden Mann. Nils Castner MOA-Antilope Was bitteschön ist eine Moa-Antilope? Nun, es geht um die Band „Moa”, und die hat den Song „Antilope” aufgenommen – in einer alten Nürnberger LKW-Fabrik. Markus Baumeister Hilfe Die dystopische Science-Fiction-Szenerie um einen Forst-Ökologen bei der Arbeit zeigt: der deutsche Wald braucht dringend Hilfe. Egal von wem. Für Euren Terminkalender: die Herbst-Soirée findet am 20. September statt. Gleicher Ort und gleiche Zeit.

Kurzfilm-Soirée Winter 2026

Auf dem Programm standen sechs ungewöhnliche Kurzfilme: ein „Winterfilmchen”, eine filmische Spurensuche, dazu surreale, komische und narrativ-dokumentarische Beiträge sowie eine Tetralogie rund um Mode. Mit Karten moderieren? Kann man machen, außer man gehört zu jenen, die sich alles Niedergeschriebene ganz besonders gut merken können. Aber heute, im nunmehr elften Jahr der Kurzfilmreihe, ist ohnehin so manches anders als sonst. Etwa, dass in diesem Kino ausgebildet wird: gefühlte 10 Minuten gehen ins Land, ehe nach allerlei Bluescreen- und Vorhang-Animationen endlich der Film die Rolle der Alltagskomik übernimmt. Die nächste Soirée wird hoffentlich wieder genauso gut wie diese. Organisation: Julia RichterModeration: André Roy André Roy Das Gestöber Es hat geschneit. Das Postauto nähert sich der Schranke, funkt sie auf, gibt ordentlich Gas … scheint etwas glatt zu sein heute! Niels Bouman Das Herz in Rode Mit 93 Jahren noch einmal die siebenbürgische Heimat sehen: in Rumänien waren wir die Deutschen, in Deutschland sind wir die Rumänen. Levent Özdil Fish Ein Geschäftsmann reist für ein Meeting in die französische Hafenstadt Marseille. Und gerät durch ein Ticket in eine surreale Auseinandersetzung mit sich selbst. Markus Baumeister Blow Ein ultrakurzer, schweinelustiger und spritziger Wettbewerbsfilm zum Thema „99 Sekunden – ich liebe es”: entstanden an einem einzigen Wochenende. Ina Chi Rote Wurzeln Der narrative Dokumentarfilm erzählt die persönliche Geschichte einer Migrantentochter im schwindenden Dorf ihrer Vorfahren. Mandarin mit deutschen Untertiteln. Thomas Probosch & Christian Kantuzer Four Films Was macht man im Bett? Kartoffelschälen natürlich! Der Modefilm entstand, als die Fotoapparate das Filmen lernten und man neue Möglichkeiten erkunden wollte. Für Euren Terminkalender: die Winter-Soirée findet am 8. Februar 2026 am gewohnten Ort statt.

Hisham Zreiq: Don’t Cry

Don’t Cry Hisham Zreiq Der kurze Animationsfilm des palästinensischen Filmemachers Hisham Zreiq handelt von einem palästinensischen Mädchen, einem palästinensischen Mann und einer israelischen Frau, die sich an einem himmlischen See treffen. Diese Begegnung löst einen Konflikt zwischen dem Mann und der Frau aus, der durch eine frühere Begegnung verursacht wurde. Das Mädchen versucht zu vermitteln. In der Filmkulisse sind Symbole zu sehen wie eine zerbrochene Sanduhr, ein kaputter Wecker und eine sich langsam bewegende Schnecke als Symbol für den Tod des Friedens und den Stillstand der Zeit nach dem Scheitern der Osloer Verträge. Andere Symbole wie eine Kugel und ein Stein oder eine unausgewogene Waage symbolisieren den unausgewogenen Konflikt.

Sophie Linnenbaum: PIX

PIX Sophie Linnenbaum Ob das erste Weihnachtsfest, die Einschulung, der Auftritt mit der Schulband, die Abi-Feier, die Hochzeit, der Urlaub in den Bergen – so richtig kann man das Leben doch erst Revue passieren lassen, wenn es auch Fotos von all den Ereignissen gibt. Diese innere Fröhlichkeit des Augenblicks, diese Spontanität, diese Lebenslust. Doch sind all die Schnappschüsse unseres Lebens nicht auch irgendwie ein glänzendes Zusammenspiel von Make-Up, Kostüm, Settings und Locations? Und wie mag die Arbeit wohl aussehen, die dazugehört, um all die Fotoaufnahmen vorzubereiten? Die Filmemacherin Sophie Linnenbaum hat sich in ihrem Kurzfilm diesem Thema auf herrlich erfrischende und augenzwinkernde Art und Weise gewidmet. In nur einer einzigen Einstellung und durch eine sehr genau choreografierte Inszenierung lässt sie die „Foto-Stationen“ im Leben eines Menschen in ihrer ganzen Künstlichkeit lebendig werden. Das hört sich an wie ein Widerspruch – und funktioniert genau deswegen ganz wunderbar. Und wenn dann von der Wiege bis zur Bahre alle Lebensstationen abfotografiert sind, dann begreift man: Ein Ende kann immer auch ein Anfang sein. Pfiffig, kurzweilig, ein großer Spaß.

Jürgen Heimüller: Die letzten fünf Minuten der Welt

Die letzten fünf Minuten der Welt Jürgen Heimüller https://vimeo.com/video/297062384 Ein Kurzfilm von 2019, der fünf Menschen – zwei Paare und einen Einzelgänger – in ihren letzten Momenten zeigt, bevor die Welt untergeht. Er thematisiert, was angesichts des bevorstehenden Endes noch wichtig ist, und zeigt neben Eifersüchteleien und Streitereien auch versöhnliche Momente und das Zusammenrücken der Charaktere. Der Film wurde für sein pointiertes Drehbuch und die überzeugenden Darstellerleistungen gelobt und funktioniert sowohl als existenzielle Frage als auch als unterhaltsame Komödie.

Anja Struck: Eine Sekunde der Welt

Eine Sekunde der Welt Anja Struck https://vimeo.com/728402141 Eine Sekunde ist keine lange Zeit. Und doch kann in ihr so viel geschehen. Ein Leben kann sich für immer verändern, eine Liebe beginnen, ein Mensch zerbrechen, ein Gedanke erleuchten. Der Schriftsteller Siegfried Lenz hat diese Faszination der kleinsten Zeiteinheit in seiner Kurzgeschichte „Eine Sekunde der Welt” festgehalten. Die Filmemacherin Anja Struck überträgt seine Worte nun in federleicht dahinschwebende, ineinander gleitende Bildideen, die auf fantasievolle Weise die Gleichzeitigkeit der Ereignisse spürbar machen. Da gibt es den Soldaten, dessen Gewehr sich in den Zopf einer Frau verwandelt, an die er gerade denkt. Da gibt es den jungen Studenten, der sich beim Nachdenken in Thomas Mann in einen älteren Buchhalter verwandelt, der über seinen Kontierungen grübelt. All das fängt Struck in wunderschönen schwarz-weißen Bildern ein, in denen die Kamera von Impression zu Impression wandelt und durch ein geschickt subtiles Montagekonzept den Eindruck einer einzigen Plansequenz erweckt. Ergänzt wird die Atmosphäre durch den Sprecher Torben Liebrecht, dessen Timbre den Worten Siegfried Lenz‘ eine träumerisch-warme Stimmung verleiht. In der kongenialen Symbiose aus Bild und Ton ist Eine Sekunde der Welt ein sehr überzeugendes Lehrstück der Kurzfilmkunst.

Kurzfilm-Soirée Herbst 2025

Herbst-Soirée 2025 Auf dem Programm standen fünf ungewöhnliche Kurzfilme: ein Drama, eine Liebeserklärung an den Stummfilm, ein KI-Geschöpf mit Mordgelüsten, eine Hommage an Erich Mühsam und ein Lockruf ins Kommkino. Organisation: Julia RichterModeration: André Roy Nils Castner Der Boden unter den Füßen Zwei orientierungslose Jugendlichen, die die ihnen bekannte Welt hinter sich lassen. Im Scherbenhaufen aus Widersprüchen wird aus der Verzweiflung Wut. Herbert Grießhammer Stumm Der stumme Film war nicht tonlos. Musik wurde gefunden, Gestik und Mimik schufen eine eigene Sprache: kraftvoll und zugleich differenziert. Renee Marie Maier Galatea Galatea, die zum Leben erweckte Frau aus dem Computer, will nicht Liebe, sondern Autonomie. Pygmalion versucht, sie zu töten, doch sie kann ihn verwunden. Nikolaus Struck And Hund Dieser Experimentalfilm ist eine Trilogie von Gewalt und Freude. Thomas Probosch Komm ins Kommkino Eine Hommage ans analoge Kino früherer Jahre. Für Euren Terminkalender: die Winter-Soirée findet am 8. Februar 2026 am gewohnten Ort statt.

Kurzfilm-Soirée Frühjahr 2025

Frühjahrs-Soirée 2025 Auf dem Programm standen sechs ungewöhnliche Kurzfilme, darunter auch ein Nachrücker. Comedy, Mystery und Kunst, mit Ton oder stumm, in Farbe oder schwarzweiß: alles dabei, und zum Schluss ein verwechslungskomödiantischer Pro-Kondombenutzungs-Kurzfilm-Western. Organisation: Julia RichterModeration: André Roy Stephan Grosse-Grollmann Dreifach Grün Was kommt heraus, wenn ein analoger Film, bei dem das Ergebnis bekanntlich erst nach der Entwicklung sichtbar wird, mit Gesichtern, Pflanzen und Bäumen dreifach belichtet wird? Derik Rodrigues Ananas.mp4 Ein Geschenk kann manchmal das ganze Leben verändern. Der Produzent wollte in den Ferien etwas mit Freunden machen und hatte noch diese gläserne Ananas im Keller stehen. Romy Gardumi Frei sein Für das Abschlußwerk ihrer Ausbildung hatte die Produzentin ein Pflichtthema und 24 Stunden Zeit. Ihr Film handelt vom Erwachsenwerden und vom Umgang mit Freiheit. Nina Raab Mama Der Bewerbungsfilm für eine Hochschule zum Thema „Auftrag” veranschaulicht die schwierige, selbst gestellte Aufgabe, „es” endlich der Mama zu sagen. Bex Cake Ein Mensch mit großem Appetit findet ein Bild, das einen Kuchen zeigt, und in das er dank Magie hineinsteigen kann. Thorsten Weiß,Ralf Alborn High Noon Das vom Filmbüro Franken geförderte Werk wird in der Variante als klassischer Schwarzweiß-Stummfilm gezeigt: es geht um eine Verwechslung mit Folgen und um unerwarteten Schutz. Für Euren Terminkalender: die Herbstsoirée findet am 21. September 2025 am gewohnten Ort statt.

Kurzfilm-Soirée Winter 2025

Winter-Soirée 2025 Auf dem Programm standen fünf ungewöhnliche Kurzfilme: ein Make-up Test, ein skurriles Berufsporträt, ein Musikvideo, ein WW2-Drama und eine abstrakte Kurzdoku. Organisation und Moderation: André Roy Thomas Probosch Do the Alberto Make-up Test: auf poetische und doch unverblümte Weise lädt Probosch uns ein, das Werk des portugiesischen Lyrikers Alberto Pimenta kennenzulernen. Nikolaus Struck Handwerk Mord Was denkt ein professioneller Henker im Ruhestand über sein Berufsleben? Ein Gespräch, das vielleicht so aussehen könnte wie in diesem Kurzfilm. Julia Richter The Burden Das Musikvideo beschreibt den Alltag eines von Angststörungen Betroffenen: ein Leben, das sich wie in einer düsteren Parallelwelt abspielt, in der alles und jeder zur Bedrohung wird. Markus Baumeister Heimatlos Ein aufwühlender Film um die Gefangenschaft im Stalag Hemer, um die Rolle der deutschen Bewacher – und die Aufarbeitung durch die Nachfahren. Niels Bouman City Valves Bei diesem kurzen Kunst/Doku Film stehen die Nürnberger U-Bahnhöfe im Fokus. Es ist eine abstrakte Liebeserklärung an die etwas skurrile Architektur dieser Bauten. Für Euren Terminkalender: die Frühjahrssoirée findet am 11. Mai 2025 am gewohnten Ort statt.

Niels Bouman: City Valves

CITY VALVES Niels Bouman http://sandkasten.filmbuero-franken.de/wp-content/uploads/2025/02/CityValves_TeaserSoiree.mp4 Der in Kapstadt aufgewachsene Wahl-Nürnberger arbeitet als Video-Editor bei einer Produktionsfirma und unterstützt in seiner Freizeit andere Filmemacher bei ihren Vorhaben. Bei diesem kurzen Kunst/Doku-Film stehen die Nürnberger U-Bahnhöfe im Fokus. Es ist eine abstrakte Liebeserklärung an die etwas skurrile Architektur dieser Bauten. Der Name CITY VALVES stammt aus der Idee, dass U-Bahnhöfe sich wie Ventile der urbanen Mobilität verhalten. Wie bei einem Blutkreislauf wird dort eingeführt, angehalten, umgeleitet und freigegeben.